Zahnpflege heute

Gesunde Zähne ein Leben lang

Wohl jeder putzt heute seine Zähne so, wie man eben denkt, dass es wohl korrekt ist. Aber wirklich gelernt hat es kaum jemand.

Natürlich sind die typischen „Zahnprobleme“ wie Karies, Zahnstein und Parodontitis sehr anlageabhängig. Hier Einfluss zu nehmen ist, falls überhaupt möglich, deutlich aufwändiger als über die Möglichkeiten der Zahnpflege und der Ernährung.

Und selbst bei der Ernährung gibt es derart viele Ansichten, dass ich dieses Thema anderen überlasse. Nur soviel: ohne Zucker keine Karies. Und dabei bitte nicht nur an Bonbons denken :-)

Aus meiner Erfahrung kann bei Umsetzung der im folgenden dargestellten Vorgehensweise davon ausgegangen werden, dass es keine neue Karies mehr gibt, -wenn überhaupt- kaum Zahnstein und keine Parodontitis – und somit die Diskussion um Füllungsmaterialien und andere Themen mittelfristig überflüssig werden.

Ein paar einführende Worte: zu erst: es braucht Disziplin und Geduld. Die Zahnpflege ist einer der Bereiche, in denen sich diese Eigenschaften schön üben lassen.

Genau: pflegen – nicht putzen. Mit putzen kann man schnell mehr kaputt machen und Beschwerdebilder hervorrufen, die man wirklich lieber nicht hätte. Ein Ansatz hierfür: wenn sich die Zähne nach der Pflege richtig schön sauber und glatt anfühlen, kann man fast sicher sein, dass man mit zu viel Druck gereinigt hat.

Als nächstes: Systematik: d.h. man beginnt immer an der gleichen Stelle, pflegt bewusst -also vor dem Spiegel unter Augenkontrolle- jede Zahnfläche, innen außen Kaufläche, eines jeden Zahnes. Und das geht natürlich nicht, wenn man nebenher die Wäsche für den folgenden Tag raussucht oder die Kaffeemaschine anschaltet. Und da kann es schon sein, dass man zu Beginn ganz schön lange braucht und erst mit der Zeit immer effektiver wird.

Und natürlich kann man mit einer guten elektrischen Zahnbürste leichter pflegen – aber bitte erst lernen, dann den leichteren Weg gehen. Ob Schallzahnbürste oder nicht kann jeder für sich selbst entscheiden. Den Unterschied im Preis erkennt man bei der Benutzung. Bei manuellen Zahnbürsten ergibt die Herstellungsform oft den Preisunterschied: die billigen werden am Ende einfach abgeschnitten, die anderen bekommen ein abgerundetes Borstenende. Am effektivsten reinigen kann man mit einer weichen bis normalen Bürste, wobei diese es leider leicht machen, dass man zu viel Druck ausübt, ohne dies zu spüren.

Die Zahncreme bleibt auch jedem selbst überlassen; ich empfehle die Creme, mit der man sich am besten fühlt, denn dann lässt man sich am meisten Zeit für eine gründliche Reinigung – und es ist sicher keine Frage der chemischen Zusätze.

Prinzipiell sollte man nach jeder Form der Nahrungsaufnahme die Zähne pflegen, ein Minimum von 3 mal täglich sollte man auf alle Fälle anstreben. Hier sollte zuerst die Bürste zum Einsatz kommen, anschließend die Zahnseide.

Im Anschluss daran empfehle ich die Spülung mit einer fluorid-haltigen Spüllösung – aber die kann jeder weglassen, wenn er dies nicht will.

Und nun zu den Details:

Das Wichtigste beim Umgang mit der Zahnbürste ist die Art und Weise, wie die Zahnbürste an den Zahn gehalten wird. Die Borsten werden in einem Winkel von 45 Grad am Zahnfleischrand angesetzt und dann leicht rüttelnde Bewegungen (Vibrationen) ausgeführt. Die Borsten bewegen sich dabei nicht von der Stelle. Durch das Rütteln löst sich die Plaque (Beläge). Am Ende der Vibrationen kommt eine abwischende Bewegung der Zahnbürste zur Zahnoberfläche hin. Durch die rüttelnden Bewegungen kommen die Borstenenden möglichst tief in die Zahnzwischenräume.

 

Mit dieser Technik ist es möglich, zwei Drittel der Zahnoberfläche zu reinigen. Das übrige Drittel, die Zahnzwischenräume, braucht eine mechanische Reinigung (also keine Munddusche).

Die richtige Benutzung von Zahnseide ist ein wichtiger Teil der Zahnreinigung, weil dadurch Plaque im Bereich der Kontaktflächen zwischen den Zähnen und vom Zahnfleischrand - wo die Entzündungen oft beginnen - entfernt werden. Welche Zahnseide verwendet wird, ist zweitrangig. Viel wichtiger ist es, Zahnseide drei mal täglich zu benutzen. Für sehr enge Zahnzwischenräume empfehle ich sogenannte Tapes, da diese fast von alleine über den Kontaktpunkt kommen.

 

1

2

5

Ca. 50 cm Zahnseide abreißen und die Seide 3 mal um den rechten Mittelfinger wickeln.

Das andere Fadenende sieben- bis achtmal um den linken Mittelfinger rollen.

3

4

Etwa 10 cm Faden zwischen den geschlossenen Händen freilassen.

2 cm über Daumen und Zeigefinger straff spannen; die Hände berühren sich dabei; rechter Daumen für die oberen Zähne rechts.

5

6

Zahnseide rechts oben vorsichtig mit einer Sägebewegung (zick-zack) seitwärts zwischen zwei Zähnen einziehen, ohne das Zahnfleisch zu verletzen!

Faden um den Zahn legen und mit beiden Fingern gegen den Zahn drücken. Ca. 6 mal auf der seitlichen Zahnfläche auf- und abbewegen, dann zum Nachbarzahn übergehen.

7 8

Nach jedem Zwischenraum den Faden um eine Umwicklung weiterrollen; linker Daumen für die oberen Zähne links. Für alle unteren Zähne den Faden über beide Zeigefinger spannen.


Zu Beginn ist es leichter, in der Oberkieferfront anzufangen und sich dann langsam nach hinten zu bewegen.

Stets beide Zahnseitenflächen sorgfältig mit einem sauberen Stück Zahnseide reinigen. Dabei immer wieder leicht unter das Zahnfleisch gehen. Anfangs kann es zu leichten Blutungen in den Zahnzwischenräumen kommen.

Lücken zwischen den Zähnen werden sowohl mit der Zahnbürste als auch mit Zahnseide gereinigt.

Zum Schluss mit Wasser ausspülen.

Im Anschluss hierzu die Spüllösung; das ist das Tüpfelchen auf dem i.

Sollten nach 1 Woche noch Blutungen auftreten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.